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News

18.04.2019

Stabilisierung des Landschaftswasserhaushaltes im Einzugsgebiet des Straussees

BGD ECOSAX übernimmt komplexe Gutachterleistungen und erarbeitet Maßnahmenkatalog

Seit einigen Jahren sinkt der Pegel des Straussees (Brandenburg) östlich von Berlin kontinuierlich ab. Als Ursache kommen sowohl klimatische als auch von Menschen verursachte Faktoren, wie zum Beispiel Wasserentnahmen aufgrund verschiedener Bedarfe in Frage. Um diesen Vermutungen auf den Grund zu gehen, wurde die BGD ECOSAX GmbH von der Stadt Strausberg mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt, das bis zum März 2020 vorliegen soll. Ziel ist es, den gesamten Wasserhaushalt des Straussees zu analysieren, die einzelnen Bilanzglieder zu quantifizieren und Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserstandes abzuleiten.

Den aktuellen Stand der Untersuchungen und die nächsten Schritte stellten die Projektpartner den Anwohnern auf einem Bürgerdialog Anfang April vor. Das Interesse an der ersten Präsentation der Gutachter war so groß, dass die Räumlichkeiten bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Matthias Beyer, Projektleiter und Fachbereichsleiter Grundwasserbewirtschaftung bei der BGD ECOSAX GmbH, erläuterte die anstehenden Aufgaben und versprach den Anwohner die Beantwortung der folgenden offenen Fragen:

- Wie interagieren der Straussee und der Grundwasserleiterkomplex?
- Welchen Einfluss haben die Grundwasserentnahmen auf den Straussee und wie wirken sich diese aus?
- Welchen Einfluss haben meteorologische Einflüsse auf den Straussee?
- Welche Konsequenzen haben Landnutzungsänderungen?

Gemeinsam mit Matthias Beyer hatten zwei Vertreter der DHI WASY GmbH auf dem Podium Platz genommen. Die DHI WASY GmbH ist als Nachauftragnehmer von BGD ECOSAX für die Kernkompetenzen Softwarelösungen für Wasserhaushaltsmodelle und Consultant im Bereich Grund- und Oberflächenwasser eingebunden. Darüber hinaus wird das Institut für Grundwasserwirtschaft der TU Dresden für Isotopenuntersuchungen eingebunden. „Dadurch lässt sich zum Beispiel der Weg des Wassers nachverfolgen und die Frage beantworten, ob es sich um Oberflächen- oder Tiefenwasser handelt“, erklärt Matthias Beyer.

Nächste Schritte: Datenanalyse und Grundwassermodell

Um eine Erklärung für den Wasserverlust zu finden, schauen sich Matthias Beyer und sein Team in den kommenden Monaten die ober- und unterirdischen Zu- und Abflüsse des Sees genau an. Sie werden den Zusammenhang zwischen dem Straussee und dem Grundwasserleiterkomplex der gesamten Region ermitteln und die Auswirkungen von Wasserentnahmen untersuchen. Derzeit liegt der Fokus der Arbeiten auf der Ist-Stand-Erfassung. Es konnte bereits das oberirdische und das unterirdische Einzugsgebiet mit einer Gesamtgröße von reichlich 200 km² abgeleitet werden. In diesem Modellgebiet spielt die Wechselwirkung zwischen der Beschaffenheit der Böden, der Landnutzung und der Grundwasserneubildung eine wichtige Rolle. Im nächsten Schritt werden die Daten analysiert und der Untersuchungsraum modelltechnisch abgebildet. Ist das Computermodel einmal einsatzbereit, können verschiedene Szenarien berechnet und die einzelnen Einflussgrößen verändert werden. Dadurch lässt sich bestimmen, wie sich die Veränderung einzelner Faktoren (Verdunstung, Versiegelung, Temperatur etc.) auf den Wasserhaushalt auswirken.

Gegenüber den Anwohnern von Strausberg zeigten sich die Projektpartner optimistisch, den Wasserverlust aufzuklären. In diesem Bereich habe die BGD ECOSAX langjährige Erfahrungen, u.a. durch ein Gewässermanagementprojekt für die LMBV in Bitterfeld, und könne durch computergestützte Modelle sehr zuverlässige Aussagen zu den Ursachen machen. Zusammen mit der DHI WASY GmbH und der TU Dresden werde man die vorhandene Expertise bündeln und dem Wasserverlust auf den Grund gehen. Von seriösen Prognosen möchte Matthias Beyer trotz 16-jähriger Berufserfahrung allerdings absehen, bevor nicht alle Daten und Fakten analysiert und bewertet sind.